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Diego Armando MARADONA Argentinien ARG Trainer

Exakt 24 Jahre ist es her, als Diego Armando Maradona die "Gauchos" zum letzten WM-Titel führte. Die WM in Mexiko war sein Turnier und er der alles überragende Spieler. Damals befand er sich auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Mit Sicherheit gehört der einstige Mittelfeldspieler zu den besten Fußballern aller Zeiten, einige halten ihn für den allerbesten. Vielleicht trifft ein anderes Attribut noch perfekter: genial.

Nicht ungewöhnlich aber ist, dass Genie und Wahnsinn oft nah beieinander liegen. Und so lieferte Maradona nicht nur sportlich Wertvolles, sondern geriet auch häufig in Negativschlagzeilen. Eine positive Dopingprobe bei der WM 1994, ihm wurde die verbotene Substanz Ephedrin nachgewiesen, beendete zumindest seine internationale Karriere. Nach dem endgültigen Abschluss seiner aktiven Laufbahn drei Jahre später stürzte er komplett ab. Drogensucht und massives Übergewicht gefährdeten nicht nur die Gesundheit sondern sein Leben. Entziehungskur auf Kuba, Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik - all das machte Maradona durch. Letztlich halfen ihm die Therapie und die Familie, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Und so konnte er auch seine Trainertätigkeit wieder aufnehmen.

Obwohl der 49-Jährige zuvor nur kurzzeitig und nahezu erfolglos bei zwei argentinischen Klubs tätig war, kam im Oktober 2008 der nationale Fußballverband auf Maradona zu, um ihn mit der Nachfolge von Alfio Basile als Nationaltrainer zu betrauen. Dabei sind die bisher nicht vorhandenen Erfahrungen und Erfolge zugleich Sinnbild für nicht nachgewiesene Fähigkeiten in der Funktion des Trainers. Ein überragender Fußballer muss nicht zwangsläufig ein guter Trainer sein. Entsprechend schwer tat sich Argentinien, überhaupt die WM-Qualifikation zu schaffen. Und Druck verspürt dann auch ein Diego Maradona. Gegenüber Medien reagierte er in dieser Phase extrem dünnhäutig. Und als die WM-Fahrkarte dann gelöst war, platzte es aus ihm heraus. Er beschimpfte die Journalisten auf der Pressekonferenz in übler Weise. Da fielen Worte, wurden Aufforderungen ausgesprochen, die in diesem Buch nichts zu suchen haben. Die FIFA ließ das unflätige Verhalten nicht ungesühnt und belegte Maradona mit einer Geldstrafe und einer zweimonatigen Sperre, die im Januar abgelaufen ist.


Februar 2010 - Enrico Barz (Auszug aus dem Buch "Fußball-WM für Dummies")



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