Der (in-)diskrete Unterschied des Philipp Lahm05. 09. 2011 – Enrico Barz
Die Aufregung war groß. Noch bevor Philipp Lahms Buch "Der feine Unterschied: Wie man heute Spitzenfußballer wird" am 29. August 2011 Platz in den Regalen fand, bestimmte der Inhalt die Schlagzeilen in der Welt des Fußballs. Die Vorabveröffentlichung von Auszügen in einer Boulevardzeitung sorgten für eine Menge Wirbel. Etwas Besseres kann in solchem Fall gar nicht passieren. Das Werk gab es noch überhaupt nicht zu kaufen, da stürmte es bereits die Bestsellerlisten. Während der Fußballprofi zuletzt sicherlich nicht unter finanzielle Not litt, reiben sich der Co-Autor Christian Seiler und der Verlag Antje Kunstmann gewiss die Hände.
Inhaltlich wirken die eigentlich so brisanten Stellen im Gesamtzusammenhang weit weniger explosiv. Über Felix Magath, Jürgen Klinsmann und Louis van Gaal schrieb Philipp Lahm nichts, was nicht schon bekannt war. Einzig Rudi Völler wurde in einem etwas unglücklichen Licht dargestellt. Dabei beschränkt sich die Arbeit eines Nationaltrainers während der Länderspieltermine in der Tat auf ein wenig Regeneration. Darüber hinaus kann in den wenigen Tagen tatsächlich nicht viel trainiert werden. Das lief damals bei anderen Nationalmannschaften ähnlich ab, wie Lahm anmerkte. Und auch heute leidet beispielsweise Joachim Löw unter der knapp bemessenen Zeit. Nun hätte der Autor die ganze Sache mit ein paar Sätzen über Vorbereitung auf die EURO 2004 entschärfen und Rudi Völlers Trainerkompetenz unterstreichen können, doch er versäumte dies. Verständlicherweise fühlte sich der einstige Teamchef daher in seiner Trainerehre gekränkt.
Zumindest dieses "Opfer" musste wohl gebracht werden – als eingangs beschriebene verkaufsfördernde Maßnahme. Bei Geschichten über Profikollegen dagegen ging Philipp Lahm auffallend diskret vor. Im Unterschied zu den Trainern blieben Namen, sobald negative Aspekte ins Spiel kamen, komplett außen vor.
Darüber hinaus gibt Philipp Lahm viele Einblicke in das Leben eines Fußballprofis. Der Text präsentiert sich dem Leser leicht verständlich. Die 272 Seiten sind recht zügig durchgelesen. Allerdings wurde wenig Wert darauf gelegt, die österreichische Herkunft des in Wien geborenen Co-Autors zu leugnen. Unverkennbar stammen einige Begriffe aus dem fußballerischen Sprachgebrauch der Alpenrepublik. Entsprechend lässt sich erkennen, welch maßgebliche Hilfe Philipp Lahm beim Verfassen des Buchtextes hatte.
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Titel: Der feine Unterschied: Wie man heute Spitzenfußballer wird Autoren: Philipp Lahm, Christian Seiler Auflage: 1. Auflage – August 2011 Seiten: 272 ISBN-10: 3-88897-729-0 ISBN-13: 978-3-88897-729-9 Verlag: Verlag Antje Kunstmann GmbH, München Preis: 19,99 Euro
Seit Ende August steht das Werk in den Regalen der Buchhändler und ist zum Preis von 19,90 Euro natürlich auch bei Amazon zu haben.
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