Starker Auftritt gegen Bosnien03. 06. 2010 - Enrico BarzDie deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist sehr gut gerüstet für die Fußball-WM in Südafrika. Im letzten Vorbereitungsländerspiel gewann das DFB-Team am Abend in der ausverkauften Frankfurter Commerzbank Arena gegen Bosnien-Herzegowina hoch verdient mit 3:1.
Unglücklichen Rückstand weggesteckt
Dabei musste der Vize-Europameister zunächst einen unglücklichen Rückstand hinnehmen. Bei einem Klärungsversuch schoss Philipp Lahm den bosnischen Stürmer Edin Džeko an und der Ball prallte über Manuel Neuer hinweg ins Tor (15.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Lukas Podolski bereits erstmals die Latte getroffen. Weitere hochkarätige Chancen der Deutschen folgten. Nur ein Treffer wollte in der ersten Halbzeit nicht gelingen. Das erledigte der Kapitän nach dem Seitenwechsel höchstselbst. Bei einem energischen Antritt zeigte Philipp Lahm Zug zum Tor. Von der Strafraumgrenze jagte der Außenverteidiger den Ball in den linken Winkel (50.). Die deutsche Mannschaft blieb danach weiter am Drücker. Man benötigte allerdings zwei Elfmeter, um das Spiel für sich zu entscheiden. Zumindest vier hätten es zwingend sein müssen, doch Schiedsrichter Nicola Rizzoli konnte sein Leistungsvermögen nicht gänzlich ausschöpfen und erreichte somit auch allenfalls eine 50-prozentige Elfmeterpfiffquote. Zudem bestrafte er eine Tätlichkeit von Emir Spahić gegen Marko Marin lediglich mit einer Gelben Karte (85.). Die beiden Strafstöße, die er dem DFB-Team dann doch zusprach, verwandelte Bastian Schweinsteiger souverän (73., 77.).
Angesichts der deutschen Überlegenheit und weiterer klarer Torgelegenheiten war Bosnien-Herzegowina mit diesem Resultat gut bedient. Dabei zeigten die Gäste in Ansätzen ihre Ballgewandtheit. Doch konnte die Mannschaft von Trainer Safet Sušić lediglich etwa 20 Minuten für Gleichwertigkeit sorgen. Das große Offensivpotenzial schöpfte man in der Folge nicht einmal annähernd aus. Um die Fitness war es offenbar auch nicht zum Besten bestellt. Die Saison ist für die bosnischen Profis schließlich längst vorbei und es ist nun Urlaub angesagt.
Selbstvertrauen geholt
Für die deutsche Mannschaft stellte die Partie dennoch einen richtig ernsthaften Test dar. Es handelte sich um den stärksten aller Testspielgegner, der zudem den WM-Gruppenkontrahenten Serbien simulieren sollte. Darüber hinaus musste die DFB-Elf einen Rückstand wegstecken. Damit gingen die Männer von Joachim Löw sehr gut um. Über nahezu 90 Minuten zeigte man ein couragiertes Spiel. Die Zuschauer in Frankfurt/Main, viele auch den Gästen zugetan, bekamen eine sehr unterhaltsame Partie geboten. Dem DFB-Team war deutlich anzumerken, dass im Training sehr gut gearbeitet wurde. Die Mannschaft wirkt unglaublich fit und spielfreudig. So bleibt bis zum WM-Beginn nur noch etwas Detailarbeit: Abwehrverhalten, Abstimmung, Chancenverwertung und Standardsituationen. In diesen Punkten gibt es gewiss noch Steigerungsmöglichkeiten.
Alles in allem macht dieser Auftritt unglaublich viel Mut, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trotz all der Personalsorgen im Vorfeld in Südafrika ein erfolgreiches Turnier spielen kann. Auf jeden Fall befindet man sich auf einem sehr guten Weg. Und wenn in den verbleibenden Tagen weiter konzentriert gearbeitet wird, sollten alle Voraussetzungen gegeben sein, um auch gegen stärkere Gegner bestehen zu können. |
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