Klarer Sieg in Budapest29. 05. 2010 - Enrico BarzDie deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das WM-Vorbereitungsspiel in Budapest gegen Ungarn auch in der Höhe verdient mit 3:0 gewonnen. Die Tore vor 14.000 Zuschauern im nicht ausverkauften Ferenc-Puskás-Stadion erzielten Lukas Podolski, Mario Gomez und Cacau.
Den Weg zu diesem Erfolg ebnete zunächst Schiedsrichter Claus Bo Larsen aus Dänemark. Ein etwas schmeichelhafter Strafstoß nach einem angeblichen Foulspiel von Sándor Torghelle gegen Per Mertesacker im Anschluss an den ersten Eckball des Spiels brachte das DFB-Team früh auf den richtigen Weg. Der Sekundenzeiger hatte noch keine fünf Runden gedreht, da war diese Gelegenheit von Lukas Podolski selbstbewusst zum 1:0 genutzt worden. In der Folge erwiesen sich die Ungarn als großzügiger Sparringspartner. Sie boten den Gästen reichlich Räume an und vermieden weitestgehend die Zweikämpfe. So konnte die deutsche Mannschaft ansehnlich kombinieren. Diesem Treiben entsprangen zahlreiche Torchancen, die allesamt vom ungarischen Torhüter Gábor Király zunichte gemacht wurden.
Harmlose Ungarn
Nach dem Seitenwechsel ging der Gastgeber die Sache etwas engagierter an. In gleichem Maße ließen die Deutschen die Zügel zunächst etwas schleifen. Eine wirkliche Torchance aber konnte sich das Team von Trainer Erwin Koeman während der 90 Minuten nicht erarbeiten. Erst in der Nachspielzeit musste Manuel Neuer einmal ernsthaft eingreifen und einen gefährlichen Schuss von János Lázok entschärfen.
Mit der Einwechslung von Marko Marin kam auf deutscher Seite wieder mehr Zug ins Spiel. Der 21-Jährige bereitete auch umgehend das 2:0 von Mario Gomez vor (69.). Kurz darauf stellte Cacau nach einem Alleingang die Weichen endgültig auf Sieg (72.). Spätestens da hatten die Ungarn ihr vorübergehendes Aufbäumen schon wieder eingestellt.
Experimentierfreudiger Bundestrainer
Wie angekündigt, nutzte Joachim Löw das Spiel in Budapest für einige Experimente. Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und auch Hans-Jörg Butt fehlten aus Gründen der Regeneration. Somit ging es nicht darum, die WM-Stammelf einzuspielen. Vielmehr wurden vor allem in der zweiten Halbzeit munter die Positionen gewechselt. Schon im ersten Durchgang spielte beispielsweise Toni Kroos im defensiven Mittelfeld. Hier fand sich später auch Lukas Podolski wieder. Genauso wanderte die Kapitänsbinde von einem Arm zum andern. Miroslav Klose hatte die DFB-Elf auf den Rasen geführt. Nach seiner Auswechslung übernahm kurzzeitig Arne Friedrich, der heute seinen 31. Geburtstag feierte. Danach war Per Mertesacker an der Reihe. Darüber hinaus kam Holger Badstuber zu seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft.
Insgesamt bot das Team von Joachim Löw eine couragierte Leistung. Angesichts der aktuellen Phase der WM-Vorbereitung war das so nicht zu erwarten. Die Mannschaft zeigte sich spiel- und kombinationsfreudig, schluderte aber bei der Chancenauswertung. Ungarn präsentierte sich erschreckend harmlos. Ernsthaft fordern konnte der Gastgeber die Deutschen nicht. Die Defensive wurde überhaupt nicht auf die Probe gestellt.
Zwei wichtige Termine in der nächsten Woche
Der kommende Gegner wird dem DFB-Team da deutlich mehr abverlangen. Am Donnerstag steht in Frankfurt/Main das letzte Vorbereitungsspiel gegen Bosnien-Herzegowina an. Zuvor gilt es für den Bundestrainer, noch zwei Spieler auszusortieren. Bis zum Dienstag (24 Uhr) muss der FIFA das endgültige WM-Aufgebot gemeldet werden. |
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