England und Spanien machen WM-Teilnahme perfekt10. 09. 2009 - Enrico Barz
Drei europäische WM-Teilnehmer stehen inzwischen fest. Nach den Niederlanden folgten am Mittwoch auch England und Spanien. Diese drei Mannschaften führen ihre Gruppen verlustpunktfrei an - acht Spiele, acht Siege - und können nicht mehr von der Spitzenposition verdrängt werden.
Gruppe 1: Dänemark macht den Sack nicht zu
Der Blick aber geht zunächst in die Gruppe 1, wo Dänemark heute die Große Chance ausließ, sich den beruhigenden Abstand auf die Konkurrenz zu erhalten. Stattdessen musste sich die Mannschaft von Trainer Morten Olsen in Albanien mit einem 1:1 begnügen. Der Führungstreffer von Nicklas Bendtner (40.) reichte nicht aus. Erion Bogdani glich nach dem Seitenwechsel aus (51.).
Die bislang so schwächelnden Schweden und Portugiesen nutzten den dänischen Punktverlust, um den Rückstand zu verkürzen. Beide gewannen sie auswärts recht mühsam mit 1:0. Den portugiesischen Treffer in Ungarn steuerte Abwehrspieler Pepe bei (9.). Und die Schweden benötigten gar fremde Hilfe in Form eines Eigentores von Ian Azzopardi (82.), um auf Malta zu siegen.
Vier Mannschaften - auch die Ungarn - können sich in dieser Gruppe noch Hoffnungen auf ein WM-Ticket machen. Einzig Albanien und Malta sind aus dem Rennen.
Gruppe 2: Die Punkte werden geteilt
In der Gruppe 2 wusste die Schweiz ihren Sieg vom Wochenende gegen Griechenland nicht zu vergolden. In Lettland musste man sich mit einem 2:2 begnügen. Aleksandrs Cauņa (62.) und Vitālijs Astafjevs (75.) trafen für den Gastgeber. Alexander Frei (43.) und Eren Derdiyok (80.) waren für die "Eidgenossen" erfolgreich. Mit diesem Punkt konnte die Schweiz als Tabellenführer ihren Drei-Punkte-Vorsprung behaupten, da Verfolger Griechenland ebenfalls nicht über ein Remis hinauskam. Das Team von Trainer Otto Rehhagel spielte in Moldawien 1:1. Lange Zeit führten die Griechen durch einen Treffer von Theofanis Gekas (33.), ehe Valeriu Andronic in der Schlussminute doch noch zum Ausgleich traf.
Israel nutzte die Gunst der Stunde, um sich noch einmal auf zwei Zähler an Platz zwei heranzuarbeiten. Mit einem 7:0 gegen Luxemburg gelang dies eindrucksvoll. Dabei konnte sich Elyaniv Barda als dreifacher Torschütze auszeichnen.
Die an diesem Spieltag unterlegenen Mannschaften aus Luxemburg und Moldawien haben keiner Chance mehr auf eine erfolgreiche WM-Qualifikation.
Gruppe 3: Slowakei hält alle Trümpfe in der Hand
Die Slowakei konnte in der Gruppe 3 einen großen Schritt Richtung Südafrika machen. In Nordirland gewann die Auswahl von Trainer Vladimír Weiss mit 2:0. Bochums Stanislav Šesták (15.) und Filip Hološko (67.) sorgten für die Tore. Einzig Slowenien kann die Slowakei theoretisch noch von Platz eins verdrängen. Nach dem 3:0-Erfolg gegen Polen rangiert die Mannschaft von Matjaž Kek mit fünf Punkten Rückstand an Position zwei in der Tabelle. Die Nordiren und die Polen können nur noch in den Kampf um Platz zwei eingreifen. Genauso wie die Tschechen, deren 7:0-Sieg gegen San Marino ein wenig spät kommt. Vier Tore von Milan Baroš, darunter ein lupenreiner Hattrick in der ersten Halbzeit, brachten das Team von Coach Ivan Hašek auf die Siegerstraße.
San Marino ist im Übrigen mit 0 Punkten nicht nur die schlechteste Mannschaft der europäischen WM-Qualifikation sondern mit einem Torverhältnis von 1:44 auch die Schießbude Europas.
Gruppe 4: Russland bleibt dran
In der Gruppe 4 hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihren 4:0-Pflichtsieg gegen Aserbaidschan eingefahren und bleibt damit Spitzenreiter. Auch die Russen gaben sich keine Blöße. In Cardiff bezwangen sie Wales mit 3:1. Zur Pause hatte die Elf von Guus Hiddink durch ein Tor von Igor Semshov 1:0 geführt. Als dann James Collins für die Waliser zum 1:1 traf (54.), konnte man im deutschen Lager kurzzeitig Hoffnung auf einen russischen Punktverlust haben. Doch Sergei Ignashevich (72.) und Roman Pavlyuchenko (90.+1) bescherten der "Sbornaja" vor 14.505 Zuschauern im Millennium Stadium letztlich drei wichtige Zähler.
In einem weiteren Spiel der Gruppe kam Finnland im Rheinpark-Stadion von Vaduz nicht über ein 1:1 gegen Liechtenstein hinaus. 3.132 Zuschauer sahen wie Michele Polverino die finnische Führung durch ein Foulelfmetertor von Jari Litmanen (73.) umgehend ausglich (75.).
Deutschland und Russland werden die ersten beiden Plätze in dieser Gruppe komplett unter sich ausmachen. Schon die drittplatzierten Finnen haben nach dem Punktverlust in Liechtenstein keine Chance mehr, in diesen Kampf einzugreifen. Für eben jene Liechtensteiner, für Wales und Aserbaidschan gilt natürlich dasselbe.
Gruppe 5: Der Europameister spielt auch in Südafrika um den Titel
Für Spanien hat die WM-Qualifikation schon zwei Spieltage vor Schluss zu einem guten Ende geführt. Nach acht Siegen in acht Partien stehen die Iberer als Sieger der Gruppe 5 fest. Damit ist der Mannschaft von Vicente del Bosque das WM-Ticket nicht mehr zu nehmen. Die entscheidenden Punkte führ man in Mérida gegen Estland ein. 3:0 hieß es am Ende. "Cesc" Fábregas (33.), Santiago Cazorla (82.) und Juan Mauel Mata (90.+3) steuerten die Treffer bei. Damit wird Spanien im kommenden Sommer zum 13. Mal an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen.
Um den Relegationsplatz kämpfen Bosnien-Herzegowina und die Türkei. Beide trafen am Abend im direkten Duell aufeinander und trennten sich 1:1. Emre Belözoğlu für die Türken (4.) und Hoffenheims Sejad Salihović mit einem herrlichen Freistoß für die gastgebenden Bosnier (25.) erzielten die Tore in Zenica. Für die Gäste ist der Punkt eigentlich zu wenig, denn schließlich haben die Zweitplatzierten Bosnier in der Tabelle vier Zähler Vorsprung. Und es verbleiben nur noch zwei Spieltage.
In einer weiteren Partie verspielten die Belgier letzte theoretische Chancen durch ein peinliches 1:2 in Armenien. Erst in der Nachspielzeit traf Daniel van Buyten vom FC Bayern München für die "Roten Teufel" ins Netz, was sich als deutlich zu spät erwies. Hovhannes Goharyan (23.) und Sargis Hovsepyan (50.) hatten die Armenier zuvor auf die Siegerstraße gebracht.
Gruppe 6: England löst die WM-Fahrkarte souverän
Ebenso souverän wie Spanien lösten auch die Engländer das WM-Ticket. Auch die Mannschaft von Trainer Fabio Capello gab in den bisherigen acht Spielen keinen einzigen Punkt ab. Eindrucksvoll beseitigten die "Three Lions" am Abend letzte Zweifel, indem sie den ärgsten Widersacher Kroatien mit 5:1 aus dem Londoner Wembley-Stadion schossen. Frank Lampard (7., 59.), Steven Gerrard (18., 66.) und Wayne Rooney (77.) hießen die englischen Torschützen - bei einem Gegentreffer von Eduardo da Silva (72.). 87.319 Zuschauer waren Zeuge dieser grandiosen Vorstellung, womit eine der bittersten Niederlagen der jüngeren Vergangenheit getilgt wurde. Eben jene Kroaten hatten es an gleicher Stelle verhindert, dass England an der EURO 2008 teilnehmen durfte.
Die Kroaten sind beim Kampf um den verbleibenden Relegationsplatz noch immer im Vorteil gegenüber der Ukraine. Zwischen diesen beiden wird dies entschieden. Keine der anderen Mannschaften kann da noch eingreifen. Weißrussland verspielte durch ein 0:0 gegen die Ukraine die letzte Chance. Und der 3:1-Sieg Kasachstans in Andorra hatte nur noch statistischen Wert.
Gruppe 7: Serbien hält Frankreich auf Distanz
Die Franzosen kommen in ihrer Gruppe 7 weiterhin nicht vom Fleck. Im Spitzenspiel wären drei Punkte so wichtig gewesen. Doch bei Tabellenführer Serbien reichte es nur zu einem 1:1. Nenad Milijaš per Foulstrafstoß (13.) und Thierry Henry (31.) markierten die Tore. In der Elfmeterszene wurde Frankreichs Keeper Hugo Lloris wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen, weshalb die "Équipe Tricolore" lange Zeit in Unterzahl spielen musste. Erst in der Schlussminute stellte Danko Lazović wieder ein numerisches Gleichgewicht her.
Die Serben können mit diesem Punkt gut leben, haben sie doch komfortable fünf Zähler Vorsprung auf die zweitplatzierten Franzosen, deren Konzentration beinahe nur noch dem Relegationsplatz gelten sollte. Hier aber hat Österreich als Dritter auch schon vier Punkte Rückstand. Insofern war das 1:1 in Rumänien für die Mannschaft von Trainer Dietmar Constantini eigentlich zu wenig. Doch fiel der Ausgleich durch Franz Schiemer auch erst in der 82. Spielminute. Gheorghe Bucur hatte Rumänien in Führung gebracht (54.). Die Rumänen sind damit aus dem Rennen - genau wie Litauen, das sich auf den Färöer blamierte und 1:2 unterlag.
Gruppe 8: Italien mit den besten Karten
Gute Karten auf die WM-Teilnahme hat Weltmeister Italien. Durch ein 2:0 gegen Bulgarien verteidigte man die Spitzenposition. Fabio Grosso (11.) und Vincenzo Iaquinta (40.) trafen. Mit vier Zählern Vorsprung braucht die "Squadra Azzurra" allenfalls noch die Iren fürchten, die heute spielfrei waren. Für Bulgarien ist die direkte WM-Qualifikation ab sofort Utopie. Und fünf Punkte auf die zweitplatzierten Iren werden in zwei verbleibenden Spielen auch schwer aufzuholen sein.
In einem zweiten Spiel dieser Gruppe trennten sich Montenegro und Zypern 1:1. Beide Mannschaften sind genauso wie Georgien aus dem Rennen.
Gruppe 9: Norwegen sichert sich Platz zwei
Die Gruppe 9 fand am Mittwoch bereits ihren Abschluss. Die Niederlande stand ohnehin längst als Gruppensieger und WM-Teilnehmer fest. Mit einem 1:0-Sieg in Schottland untermauerte man seine Ausnahmestellung nochmals, gab in all den Spielen keinen einzigen Punkt ab. Das Tor in Glasgow erzielte Eljero Elia (81.). Durch die Niederlage verloren sie Schotten auf der Zielgeraden den zweiten Platz. Den eroberte sich Norwegen dank eines 2:1-Erfolges gegen Mazedonien. Vor 14.766 Zuschauern im Ullevaal-Stadion von Oslo zeichnten sich Thorstein Helstad (2.) und John Arne Riise (25.) als norwegische Torschützen aus. Der Anschlusstreffer von Boban Grnčarov (79.) tat am Ende nicht mehr weh. Die Skandinavier müssen nun das Ende der Qualifikation in den anderen Gruppen abwarten. Erst dann entscheidet sich definitiv, ob sie zu den acht besten Gruppenzweiten gehören. Ihre lediglich zwei Siege und die vier Unentschieden erscheinen allerdings recht dürftig. Ob es da hilft, dass bei den acht Sechsergruppen nicht alle Spiele in die Wertung kommen, um für Chancengleichheit zu sorgen, wird sich zeigen.
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WM-Qualifikation
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