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Europa: Zusammenfassung der Samstagsspiele

06. 09. 2009 - Enrico Barz

Ein reichhaltiges Programm hatten Europas Nationalteams am Samstag in der WM-Qualifikation zu bestreiten. Hier finden Sie einen Überblick über die Geschehnisse.

Gruppe 1: Portugal lässt wieder Punkte

In der Gruppe 1 wird die Luft für Portugal immer dünner. Zwar ist ein 1:1 in Dänemark grundsätzlich ein gutes Resultat, doch in der momentanen Situation könnte der eine Punkt für die Südwesteuropäer zu wenig sein. Und dabei darf sich die Mannschaft von Trainer Carlos Queiroz noch glücklich schätzen, überhaupt etwas aus Kopenhagen mitnehmen zu können. Denn lange Zeit führte Dänemark durch einen Treffer von Nicklas Bendtner (42.). Erst kurz vor Schluss glich der gebürtige Brasilianer Liédson in seinem ersten Länderspiel zum 1:1 aus (86.).

In der zweiten Partie verbesserte ein später Treffer von Zlatan Ibrahimovic die Aussichten für Schweden schlagartig. Der 2:1-Siegtreffer des Superstars fiel erst in der Nachspielzeit (90.+4). Zuvor hatte Szabolcs Huszti (79.) für Ungarn die frühe Führung durch ein Tor von Olof Mellberg (8.) mittels Foulelfmeter ausgeglichen.

Hinter dem Tabellenführer Dänemark, der sich leicht absetzen konnte, streiten Ungarn, Schweden und Portugal um die Plätze. All diese Mannschaften können sich noch Chancen ausrechnen. Lediglich Albanien und Malta sind aus dem Rennen um die WM-Fahrkarten.

Gruppe 2: Schweiz siegt im Spitzenspiel

Das deutsche Trainerduell in der Gruppe 2 entschied Ottmar Hitzfeld zu seinen Gunsten. Die Schweizer setzten sich im mit 38.500 Zuschauern ausverkauften St.-Jakob-Park von Basel mit 2:0 gegen Otto Rehhagels Griechen durch. Späte Tore von Stéphane Grichting (84.) und Marco Padalino (88.) sorgten dafür, dass die Schweiz die Tabellenführung übernahm und Griechenland vorerst auf Rang zwei verwies.

Anschluss an das Spitzenduo hielt Lettland, dass in Israel mit 1:0 gewann. Kaspars Gorkšs traf nach knapp einer Stunde golden (59.). In einer weiteren Partie trennten sich Moldawien und Luxemburg torlos.

Gruppe 3: Ein Punkt für Tschechien zu wenig

Das Nachbarschaftsduell zwischen der Slowakei und Tschechien blieb ohne Sieger. Obwohl das Spiel 2:2 endete, hatte die Partie aber wohl doch einen Verlierer. Die Tschechen versäumten es erneut, verlorenen Boden gut zu machen. Auch das Comeback von Jan Koller änderte daran nichts. Tore von Daniel Pudil (68.) und Milan Baroš (84.) genügten lediglich, um jeweils die slowakische Führung durch Treffer von Stanislav Šesták (60.) und Marek Hamšík (73., Elfmeter) auszugleichen. Die Slowaken konnten so die Tabellenführung verteidigen vor Nordirland, das in Polen zu einem 1:1 kam. Dabei waren es in Chorzów einzig die Nordiren, die ins Netz trafen. Kyle Lafferty (38.) tat das auch auf der richtigen Seite. Doch in der 80. Spielminute unterlief Aaron Hughes eine Eigentor zum polnischen Ausgleich.

Favoritensiege in Gruppe 4

Während die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Länderspiel gegen Südafrika noch Gelegenheit zum Testen hatte, gab sich der heißeste Konkurrent Russland in St. Petersburg gegen Liechtenstein keine Blöße. Mit 3:0 gewann die Mannschaft von Trainer Guus Hiddink. Vasili Berezutsky (17.) und zwei Elfmeter von Roman Pavlyuchenko (40., 45.) stellten so schon vor der Pause das Endergebnis her. Damit rückten die Russen wieder bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Deutschland heran.

In einer zweiten Partie wahrte Finnland seine theoretischen Chancen auf eine WM-Teilnahme. Mit 2:1 setzten sich die Skandinavier in Aserbaidschan durch. Dabei durfte sich die Mannschaft von Berti Vogts zunächst über den ersten Treffer in der laufenden Qualifikation freuen: Elvin Mammadov (49.). Für einen Punkt aber genügte das nicht. Markus Heikkinen von Rapid Wien (74.) und Bremens Petri Pasanen (85.) drehten das Spiel zugunsten der Finnen.

Gruppe 5: Spanien hält WM-Kurs

In der Gruppe 5 marschiert Spanien unbeirrt der WM entgegen. Durch einen 5:0-Sieg gegen Belgien wahrte die Mannschaft von Vicente del Bosque den Sieben-Punkte-Vorsprung vor Bosnien-Herzegowina, das in Armenien mit 2:0 gewann. Die drittplatzierten Türken können nur noch auf Relegationsplatz zwei hoffen. Ein 4:2-Erfolg über Estland erhielt ihnen hierfür die Chancen.

Gruppe 6: Rakitić trifft für Kroatien

Kroatien und die Ukraine liefern sich in der Gruppe 6 ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinter dem Spitzenreiter England, der am Samstag lediglich ein Testspiel bestritt. Nach einem 1:0-Sieg gegen Weißrussland - Torschütze war Schalkes Ivan Rakitić (24.) - rangieren die Kroaten an Position zwei. Die Ukraine, die 5:0 gegen Andorra gewann, hat drei Zähler Rückstand, aber eben auch eine Partie weniger ausgetragen.

Gruppe 7: Frankreich nur remis

Durch ein 1:1 gegen Rumänien versäumten es die Franzosen, den Abstand zum spielfreien Tabellenführer Serbien zu verkürzen. Zwar hatte Thierry Henry den Weltmeister von 1998 in Führung gebracht (48.), doch ausgerechnet ein Eigentor von Julien Escudé machte diese wieder zunichte (56.). Auch der nach einer Stunde eingewechselte Franck Ribéry vermochte an diesem Punktverlust nichts mehr zu ändern.

In einem weiteren Spiel der Gruppe 7 schlug Österreich die Auswahl von den Färöer in Graz mit 3:1. Stefan Maierhofer (1.) und Marc Janko (16., 59.) stellten die Weichen auf Sieg. Andreas Olsen konnte für die Gäste lediglich verkürzen (83.).

Gruppe 8: Italien weiter vorn

Weltmeister Italien profitierte bei seinem Gastspiel in Tiflis vom kuriosen Eigentor-Doppelpack des georgischen Kapitäns Kakha Kaladze (57., 67.), der zu allem Überfluss auch noch beim AC Mailand unter Vertrag steht. Um dieses geballte Unglück etwas zu lindern, weist die FIFA beim ersten Treffer inzwischen Angelo Palombo als Torschützen aus. In wie weit dies eine Trost für Kaladze ist, sei dahin gestellt. An der Niederlage Georgiens änderte es nichts mehr. Die Italiener verteidigten somit ihre Tabellenführung vor Irland, dass auf Zypern mit 2:1 gewann. Darüber hinaus ringt Bulgarien um den Anschluss. Doch könnte der 4:1-Sieg gegen Montenegro fast schon zu spät kommen.

Gruppe 9: Schottland macht sich Hoffnung

In der Gruppe 9 geht es lediglich noch um Relegationsplatz zwei hinter dem bereits fest stehenden WM-Teilnehmer Niederlande. Hier konnte Schottland seine Ausgangsposition mit einem 2:0-Erfolg gegen Mazedonien verbessern. Scott Brown (56.) und James McFadden (81.) trafen für die Auswahl von Coach George Burley. Norwegen büßte stattdessen durch ein mageres 1:1 auf Island an Boden ein. Ein Tor von John Arne Riise (10.) war zu wenig. Eidur Gudjohnsen glich noch in der ersten Hälfte aus (29.).

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